Los Angeles 1: Am Strand von Santa Monica/Venice Beach.

Flittern durch die USA, Teil 1

Die Westküste ist also schon fast vorbei. Schade eigentlich. Aber aufregend und spannend zugleich. Hier ein kurzer erster Status-Bericht, einfach so, lose aber chronologisch, daher erzählt.

San Francisco 1: Hügel um Hügel.
San Francisco 1: Hügel um Hügel.

Start also vor sieben Tagen, von München aus ging’s via Kopenhagen nach San Francisco. Zwölf Gefühlte 34 Stunden Flug später landen wir in der auf Hügeln angelegten “mittelgroßen Weltstadt” (laut Wikipedia; übrigens genannt in einer Reihe mit Amsterdam oder Frankfurt am Main). Dort unterschätzen wir zu allererst die Ausmaße eines, zwei oder eben neun “Blocks”, die unser Hostel von der Bushaltestelle entfernt liegt. Dafür lernen wir zugleich: Amerikaner (ja, ich weiß, eigentlich US-Amerikaner, aber der Lesbarkeit halber …) sind nett, freundlich, hilfsbereit und sehr faule Läufer.

San Francisco

Letzteres bestätigt uns Tags darauf auch Andy (gesprochen: Ändii), unser Fahrer und Guide ins größte Weinbaugebiet der USA, das Napa Valley (bzw. auch ins Nachbartal, Sonoma Valley): Europäer, meint Ändii, laufen problemlos einige Stopps, die Amerikaner viel lieber mit Bus, Auto, Tram oder eben Cable Car (Sehenswürdigkeit!) zurücklegen. Recht hat er — wir laufen lieber.

San Francisco 2: Golden Gate Bridge.
San Francisco 2: Golden Gate Bridge.

Über die teils extrem steilen (bis zu 27° Gefälle) Hügel, entlang des berühmten Pier 39 mit den dort frei lebenden Seelöwen, vorbei am gerade aktiven America’s Cup (Segeln) und quer durch die Fisherman’s Wharf. Nur über die Golden Gate Bridge nehmen wir den Bus. Alcatraz hat’s indes nicht so mit Internetbuchungen und so müssen wir auf die Museums-Gefängnisinsel leider verzichten.

San Francisco 3: Die nahe gelegene Weinbau-Region Napa Valley.
San Francisco 3: Die nahe gelegene Weinbau-Region Napa Valley.

Schließlich begeben wir uns noch auf eine kleine Zeitreise — erst in die 68iger, in Haight und Ashbury, wo uns ein Gärtner aufhält und uns fragt, ob er uns mit dem Weg helfen könne. Rechterhand, so der Gärtner, sei der “Hippie Hill”, links eher das Familienidyll mit japanischem Teegarten. Wir entscheiden uns für den Ben & Jerry’s in der Mitte. Und im Anschluss geht es in der Castro Street in die späten Siebziger, als Harvey Milk der Homosexuellen-Bewegung Öffentlichkeit verschaffte.

Geschlafen wird übrigens in einer Rock’n’Roll-Absteige im ersten Stock. Die Wände sind dünn, der Untermieter im Erdgeschoss ist ein mietbarer Proberaum für aufsteigende Bands oder solche, die es zumindest versuchen möchten (Für das nächste DSDS wären wir eine geeignete Jury …).

Yosemite

Yosemite 1: Hörnchen diverser Art, handzahm und überall.
Yosemite 1: Hörnchen diverser Art, handzahm und überall.

Tags darauf holen wir unser “Non-comfort car” (Nissan Sentra, Automatik-Getriebe, mit Klimaanlage) und machen uns auf den Weg zum Yosemite-Nationalpark. Auf dem Weg dorthin ändert sich nicht nur das Klima schlagartig: Die Felder werden kahl, das Wetter wärmer und die Städte weniger. An den Straßen entlang Apfel- und Pflaumenbäume, Weinreben und jede Menge Mandelsträucher.

Im Nationalpark schließlich Grün und Grau, soweit das Auge reicht: Mammut-Bäume, teils 1800 (in Worten: eintausendachthundert) Jahre alt, stehen da in Mischwäldern auf, unter und an Felsenwänden. Und dazwischen handzahme Douglas-, Streifen- und Eichhörnchen sowie Rehe und Hirsche. Auch Bären sollen sich herumtreiben, bestätigen können wir das aber nicht.

Yosemite 2: Mammutbaum neben Braut.
Yosemite 2: Mammutbaum neben Braut.

Unsere Unterkunft ist dieses Mal übrigens ein in der Zeit stehengebliebener Bau aus den Sechzigern. Den 1860ern wohlgemerkt. Unser Zimmer ist mit Veranda ausgestattet, verzichtet aber auf fließendes Wasser. Der angenehme Charme geht also auf Kosten des Luxus’.

Weiter auf unserem kleinen Road Trip gen Süden. Das heißt: Erst einmal gen Westen, an die Küste und zu den Highways 101 und 1. Letzterer verläuft direkt an der Pazifikküste, die Straße schlängelt sich im wahrsten Sinne des Wortes am Wasser entlang. Schließlich biegen wir ab und fahren auf unsere nächste Station zu.

Los Angeles

Die heißt LA und ist mit (inkl. Umland) etwa 17 Millionen Einwohnern die 17.-größte Stadt der Welt. Wir wollen die Stadt auf eigene Faust erkunden, mit U-Bahn, Tram und zu Fuß. Doch nichts davon ist realistisch. Tram gibt es keine, die einzige U-Bahn verbindet nur zwei Stadtteile und zu Fuß schaffen wir es gerade vom Hotel zum nächsten Starbucks, bevor wir an Hitze und Erschöpfung beinahe zusammenbrechen. Das hat anscheinend nur einen Grund, den uns ein Tour-Guide nennt: Nachdem die Kalifornier nach dem zweiten Weltkrieg das Auto entdeckten und lieben lernten, stoppten sie alle Bemühungen, das öffentliche Verkehrsnetz weiter auszubauen.

Los Angeles 1: Am Strand von Santa Monica/Venice Beach.
Los Angeles 1: Am Strand von Santa Monica/Venice Beach.

Also fahren wir mit dem Auto zu unserem ersten Termin — eine Tour durch die Warner-Bros-Filmstudios. Vorbei an falschen Hauswänden (uA Luke’s Diner aus Gilmore Girls), spektakulären Kulissen (etwa dem Aufbau für den nächsten Call-of-Duty-Spot), jeder Menge Requisiten (zahlreiche fahrtüchtige Batmobile), Green-Screens (für King’s Cross, Gleis 9 3/4) und dem Set von “The Big Bang Theory”.

Los Angeles 2: Einer von 320 Sonnentagen im Jahr.
Los Angeles 2: Einer von 320 Sonnentagen im Jahr.

Anschließend geht’s per Bus-Tour in rund 5,5 (!) Stunden einmal (!) quer durch die Stadt, bevor wir am Venice Boardwalk Kiffer merkwürdige Menschen, Bodybuilder und jede Menge Rollschuhfahrer und Inline-Skater beobachten. Ach, und dann war da noch Shojin, das vegane Sushi-Lokal in Little Tokyo, unser bisheriges kulinarisches Highlight (trotz Ausflug nach Napa Valley und dem Besuch im Millenium, einem veganen Sterne-Lokal in SF).

Ausblick

Nach unseren restlichen Tagen in LA geht es weiter in den Süden, nach San Diego an die mexikanische Grenze. Dort übergeben wir auch den Autoschlüssel wieder und steigen ins Flugzeug in Richtung Ostküste. Und dann gibt’s bestimmt auch wieder Neuigkeiten.

Und noch ein paar weitere Bilder

Ein Gedanke zu „Flittern durch die USA, Teil 1“

  1. Schwesterherz, Du hast wahrhaft schöne Waden. Könntest aber trotzdem mal in die Kamera winken und die Daheimgebliebenen grüßen… Mario, danke für die schönen Eindrücke. Freu mich schon auf News von der Ostküste. LG, julia

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