Flittern durch die USA, Teil 3/3

Die letzte Station unserer Rundreise ist zugleich die mit Abstand längste und verdient entsprechend einen eigenen Eintrag. Denn mit sieben Tagen nimmt New York City ein Viertel unseres USA-Aufenthalts in Beschlag. Gerechtfertigterweise; immerhin ist die Stadt mit rund 8,2 Millionen Einwohnern (Inklusive Umland leben in der Metropolregion NYC sogar etwa 19 Mio. Menschen.) die größte und zugleich bedeutendste der USA.

Fensterfront
Endlosigkeit, soweit das Auge reicht.

Wir wohnen zentral in Manhattan (Hey, es sind unsere Flitterwochen und wir waren bisher nur in Hostels und einem B&B.), dem wohl bekanntesten der fünf New Yorker Stadtteile (Die anderen vier, das sei der Vollständigkeit und des Bildungsauftrags dieses Blogs wegen erwähnt, sind die Bronx, Queens, Brooklyn und Staten Island.). Und wir kommen zu einer eher ungünstigen Zeit: Die UNO wird gerade renoviert und ist deshalb geschlossen, im Guggenheim wechselt aktuell die Ausstellung, entsprechend ist auch hier bis Mitte Oktober zu. Und auch Sport-Event ist uns keines gegönnt — die einen Saisonen enden gerade (Baseball, Football), die anderen fangen erst an (Basketball, Eishockey). Schade, aber nicht zu ändern. Dafür verschont uns der Shutdown (der während unseres Manhattan-Aufenthalts die USA lähmt), denn die Stadt rühmt sich gerne damit, weitestgehend autonom agieren zu dürfen.

Also starten wir eben direkt beim Inbegriff des New Yorker Über-Drübers, dem Times Square. Hier, im Herzen von Manhattan, trifft LED auf Tourismus, der Broadway auf die 7th Avenue und Spiderman auf Hulk. Erschlagen von den Lichtern, den Menschenmengen, den Hochhaus-Höhen und dem sich dazwischen hindurch windenden, Taxi-gelb karierten Verkehr kämpfen wir uns zur Public Library und dem Grand Central Terminal durch. Klappt auch erstaunlich gut. Entweder, weil wir inzwischen US-Großstadt-geübt sind, oder weil uns Superman an der Ampel den Vortritt gewährt.

Guggenheim
Architektonische Highlights an allen Ecken.

Es folgen die üblichen Verdächtigen (Down- und China Town, Freiheitsstatue, Little Italy, 9/11-Memorial, Rockefeller, Museum of Modern Art, 5th Avenue, Guggenheim und UNO von außen, Central Park) sowie einige Nebenschauplätze (Highline Park, Union Square, Christopher Street, Brooklyn, Wall Street, Chelsea), eine Bootsrundfahrt um fast ganz Manhattan und naturgemäß sehr viele U-Bahn-Fahrten. Ja, auch in New York ist das öffentliche Nahverkehrsnetz sehr gut ausgebaut. Und auch Fahrräder gibt es hier en masse.

Und (Natürlich!): Die Stadt hat auch kulinarisch einiges zu bieten. Neben jeder Menge internationaler Küche (vietnamesisch, italienisch, japanisch, deutsch, marokkanisch, chinesisch, irisch, persisch, amerikanisch — ohne Anspruch auf Vollständigkeit), die wir leider nicht alle probieren konnten, stehen viele Restaurants ganz im Zeichen diverser Speise-Genres (vegetarisch, vegan, roh, koscher, glutenfrei, vegetarische Burger, vegane Sushi, alles mit Knoblauch, etc.).

Cronuts, gut verpackt
Die stolze Trophäe nach gut 2,5 Stunden Schlange stehen.

Ach ja, der Cronut(TM) stammt auch aus New York. Ein von Dominique Ansel entworfenes Gebäck, das geschmacklich einer Mischung aus Croissant und Doughnut/Donut (daher der Name) am nächsten kommt. Besteht aus ‘zig Schichten, alle einzeln hergestellt, einer Cremé-Füllung dazwischen, das ganze leicht frittiert, entsprechend außen knusprig und innen luftig, mit einer Zucker-Mischung bestreut und mit ein bisschen Guss überzogen. Alles in allem laut Angaben des Konditors “jede Menge Arbeit” und sowohl geschmacklich als auch kommerziell ein Hit. Deshalb und mit dem schönen Nebeneffekt, New York beim Aufwachen beobachten zu können, habe ich mich angestellt. Um 5:45 in SoHo. Als 23. an diesem Mittwoch, direkt hinter einem Typen in typischer OP-Bekleidung (“scrubs”), der auf Abruf war aber auf Gutwillen seines Krankenhauses hoffte (und Glück hatte), und Sarah, die sich für recht viel Geld für andere Menschen anstellt, die auch in den Genuss des Gebäcks kommen möchten. Fazit dieses Morgens und des Cronuts: Lohnt sich.

Cronut
Also gut, hier auch ausgepackt: Ein Cronut.

Das gilt auch für das ganze Abendprogramm in NYC: Weinkurs, Oper (Bellinis Norma), Kino (Cloudy with a Chance of Meatballs 2), Public Breaking Bad Viewing (Finale), Konzert (Daughter), Theater (Romeo & Juliet) und der Besuch auf dem Rockefeller-Center mit Nacht-Blick auf Manhattan. Könnte man als unbezahlbar bezeichnen, kostete die Fahrt nicht 28 Dollar pro Person.

Das war es dann aber auch. Leider. Nach elf Burgern (alle unterschiedlich), achtzehn Cupcakes (acht davon vegan), Cronuts, Vanilla Coke und jeder Menge Erdnussbutter geht es zurück nach Deutschland. Mit Jetlag, Beinahe-Übergewicht und persönlichem Mehr-Gewicht.

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